Eine ganzheitlich wirkende, einfach anzuwendende traditionelle
Behandlungsmethode mit einem naturreinen Peloid.
Heilkreide-Anwendungen haben eine lange Tradition, die seit ca. 100 Jahren insbesondere auf der Ostseeinsel Rügen gepflegt wird. Die therapeutischen Anwendungseffekte sind einem Moorbad oder einer Fangoanwendung ebenbürtig.
Tradition und Moderne
Bereits Anfang des vergangenen Jahrhunderts wurden in Rügens Seebädern Sassnitz,
Binz, Sellin und Göhren Kreideanwendungen verabreicht und erlebten ihr erstes Hoch,auch mit beeindruckenden Erfolgsquoten(60-90 %).
Sassnitz hatte damals den Status eines Kreideheilbades. Einhergehend mit der Restaurierung der alten Bäderarchitektur an
den Stränden Rügens und dem Bau moderner Hotels gelangte die Tradition von Kreideanwendungen seit Mitte der 90er Jahre zu erneuter Blüte. Neben therapeutisch-medizinischen Anwendungen stehen heute insbesondere Wellness und Beauty im Mittelpunkt.Qualifizierte Kreideanwendungen in ansprechendem Ambiente werden von speziell geschulten und zertifizierten Therapeuten in eigener Praxis, in Wellness-Oasen und Seebäderhotels verabreicht.
Zusammensetzung der Rügener Heilkreide (CaCO3):
98% Calciumcarbonat (kohlesaurer Kalk), Magnesium-, Silizium-, Eisen- und Aluminiumverbindungen sowie Verbindungen, die Mineralstoffe und Spurenelemente enthalten, wie bspw. Phosphor, Schwefel etc., Jodanteile
Rügener Heilkreide
Sie ist ein reines Naturprodukt ohne Fremdzusätze und unterliegt einem strengen Qualitätsmanagement. Sie zeichnet sich durch ihre einzigartige Reinheit und Feinheit aus und damit zusammenhängend durch ihr hohes Sorbtionsvermögen. Nicht oder ungenügend Verstoffwechseltes und Abgelagertes werden aus Haut und Gewebe durch Anlagerung
an die Kreidepartikelchen ‚herausgelaugt’. Der Ionenfluss im körperelektrischen Feld wird angeregt und der Austausch zwischen Innen und Außen optimiert. Aufgrund der großen inneren Oberfläche der Kreidepartikelchen (ca.2,5 m²/g) und ihrer freien bindungsfähigen Partikelchen führt der lebhafte Ionenaustausch zu einer guten Bindung
von Abgelagertem und einem gezielten Ausscheidungsprozess. Für die Anwendung im medizinischen und kosmetischen Bereich ist der Reinheitsgrad von absoluter Priorität, weshalb die abgebaute Kreide strengen Parametern standhalten muss. Der gleichbleibend hohe Standard der Rügener Heilkreide wird nach dem Medizinprodukte-Gesetz
überwacht. Informationen hierüber erhält man unter www.dammann.de.
Wirkung von Heilkreide
Kreidepackungen leiten im Unterschied zu Fango- und Mooranwendungen die Wärme gleichmäßiger und langsamer und halten sie auch länger, was sich insbesondere bei chronischen degenerativen Erkrankungen wohltuend mildernd auswirkt. Kreide muss auch nicht wie Fango auf 50°C erhitzt werden, was den Kreislauf sehr belasten kann.
Heilkreide wirkt entsäuernd, entschlackend, schmerzlindernd, abschwellend, entzündungshemmend, Kreislauf- und Immunsystem stärkend.
Als Beauty- und Wellness-Effekte werden besonders hervorgehoben: Hautbild verbessernd, Cellulite abschwächend und Pölsterchen reduzierend, Bindegewebe festigend, entspannend, beruhigend, entkrampfend.Harmonie im Säure-Basen-Haushalt
Bei Packungen und mehr noch bei Bädern bewirkt der hohe basische pH-Wert der Kreide (zwischen ca. pH 8 und pH 9 liegend) eine kräftige Verschiebung des pH-Wertes im Haut- und Körpergewebe während der Anwendungen, was den Organismus unmittelbar dazu anregt, Säuren auszuscheiden, sowohl über die Haut wie auch die internen Ausscheidungssysteme. Stoffwechsel, Hautaktivität und Immunsystem werden aktiviert, die Regeneration insbesondere von Hautzellen beschleunigt.
Gerade bei entzündlichen oder chronischen Hauterkrankungen wie Akne und Psoriasis ist die Anwendung regelmäßiger Heilkreidebäder ein Segen für die Betroffenen, bringt spürbare Erleichterung und sehr gute Heilungserfolge.
Nach Kreideanwendungen braucht der Körper im Normalfall auch nicht eingefettet werden, die Kreide „fettet“ nach, zum Teil noch Tage später. Aufgrund der besonderen Eigenschaften der Kreide wird der Körper angeregt, vermehrt Altes, Abgelagertes und ‚Talgiges’ nach außen zu bringen und den Feuchtigkeitshaushalt zu optimieren. Die natürliche körpereigene Hautversorgung wird angeregt.
Mit Kreideanwendungen vertraute Ärzte und Therapeuten weisen darauf hin, dass dieser Effekt besonders bei Hauterkrankungen berücksichtigt werden sollte.
Einem möglichen vorübergehenden Spannungsgefühl der Haut kann mit leichten Klopfund Streichmassagen entgegen gewirkt werden. Im extremen Falle ist eine hauchdünne leichte Öleinreibung immer einer Lotion, Salbe oder Creme vorzuziehen, da sie die gerade geöffneten und gereinigten Hautporen in ihrer natürlichen Funktionsweise am wenigstenbehindert.Die Heilkreidekur zu Hause
Kreideanwendungen können zur Entschlackung, Entgiftung und Förderung der Vitalität unter Berücksichtigung der einfachen einzuhaltenden Regeln sehr gut auch zu Hause vorgenommen werden. Die entspannendste und effektivste Anwendung ist die eines Vollbades. Für ein Wannenvollbad wird ca. ein Kilo Heilkreide benötigt, für medizinische Bäder werden bis zu vier Kilo empfohlen. Stehen Schönheit und Wohlbefinden im Vordergrund, reicht ein Wannenbad pro Woche oder 14-tägig. Die Haut wird besser versorgt und samtweich, der Säure-Basen-Haushalt langsam aber stetig ausbalanciert, das Bindegewebe durch sanftes Bürsten während des Bades zu guter Durchblutung und Entschlackung angeregt. Allgemein verbessern sich Hautbild und Gesamtzustand.
Kurmäßig werden 6 - 10 Anwendungen im Abstand von zwei/ max. drei Tagen empfohlen.
Die Badedauer sollte 30 Minuten nicht überschreiten, da der Effekt des Bades nicht zu unterschätzen ist. Dem Anwender unbedingt nahe zu legen ist, nach dem Bad die empfohlene Ruhepause von mindestens ca. 30 Minuten einzuhalten oder abends angewendet, gleich die Nachtruhe anzuschließen. Das Kreidebad bewirkt im Körpergeschehen, ähnlich einer Lymphdrainage, erst nach ca. 20 Minuten einen Bewegungsfluss. Den Elektrolythaushalt unterstützend, können während und auch nach der Anwendung ein bis zwei Glas Wasser getrunken werden. Kreidebäder-Kuren haben einen Langzeiteffekt, d.h., das veränderte Gesamtgeschehen wird erst nach der Kur richtig deutlich, ähnlich wie auch bei anderen Badekuren.
Anwendungsbeispiele
Kreidebad:
Im Kreidevollbad wird der Körper entspannt, entsäuert und entschlackt. Auf schmerzende Körperpartien wird ca. fünf Minuten vor dem Bad extra angerührte Kreidepaste dick aufgetragen. Die Zugabe eines natürlichen Öles in das Badewasser regt an (Rosmarin) oder beruhigt (Melisse, Rose). Die Durchblutung des Körpers wird optimal angeregt. Als weitere Zugaben sind geeignet Stutenmilch, Meersalz, Algen, Honig, Sesamöl. 1-2 kg Heilkreide auf ein Wannenbad, Badetemperatur ca. 36-38°C, Badedauer ca. 30 Min., danach Ruhephase.Klassisches Fußbad:
In einer Fußbadewanne oder ausreichend großer Schüssel (Platz für beide Füße) werden in 4-5 Liter Wasser (40C) ca. 500 Gramm Heilkreide eingerührt und 1-2 EL Meersalz hinzugegeben, bei Bedarf kann dem Fußbad noch Lavendel-, Rosmarin- oder Teebaumöl hinzugefügt werden. Die Badedauer beträgt ca. 40 Minuten, bei Bedarf wird warmes Wasser nachgegossen. Nach dem Bad kann eine Fußpflegebehandlung erfolgen.Quelle
Jörg Mehrwald
COMED Ausgabe 09/06